Cover Bild Biografiearbeit

Biografiearbeit der eigenen Sprache

Zur Veranstaltung am 04.09.2021 besuchte uns Gabriele Harnder in Gohla. Das Thema der Veranstaltung war „Biografie – Prägungen des Sprechens und der Sprache in meiner Biografie“.

„Am Anfang war das Wort“ – So leitet Gabriela Hardner das Seminar ein.

Alle Teilnehmer hatten während des Seminars die Möglichkeit durch eine achtsame Einsicht in die eigene Biografie, die eigene Gegenwart besser verstehen zu können. Erlebte Ereignisse in der Kindheit und Jugendzeit prägen unsere Sprach- und Verhaltensmuster im späteren Verlauf des Leben. Spannend war auch zu erfahren, dass bereits im Mutterleib das Sprachverständnis des sehr jungen Kindes entwickelt wird. Das Kind kann bereits die Mutter und deren Außenwelt im Mutterleib wahrnehmen.

Nach einer Achtsamkeitsübung, wo die Teilnehmer mit geschlossenen Augen einfach nur zuhören sollten, kamen wir anschließend zur einem eher künstlerischen Ausdruck für die Aufstellung der eigenen Biografie. Jeder von uns bekam für jedes Siebte Lebensjahr ein Blatt, wo er auf künstlerische Weise mit Bunt- und Fettstifte das eigene Leben nachgezeichnet werden sollte. Wenn jemand 35 Jahre alt war, bekam er also 5 Blätter usw. .

Voraussetzung für das bemalen der einzelnen Blätter war, das die Bilder intuitiv, aus dem Bauch heraus und ohne Bewertung, ob das Bild nun gut oder schlecht gemalt ist, auf das Blattpapier übertragen werden.

 

Bilder haben ihre ganz eigene Sprache, welche über das Wort hinaus gehen können. Auch die eigenen Interpretationen eines Bildes, können eine völlig andere sein, als die Interpretation des gleichen Bildes durch eine andere Person. So kann es nützlich sein, beispielsweise durch 4 verschiedenen Interpretationen einer Biografie andere Sichtweisen auf die eigene Sprach- und Sprechentwicklung zu bekommen. Gerade wenn die Interpretation des gemalten Lebenslaufs einer stotternden Person von einem Logopäden, einem guten Freund, der Mutter und einer weiteren Person durchgeführt werden, können diese Interpretationen auch sehr aufbauend für ihn sein. Wir haben eine andere Sicht auf uns selbst, als Außenstehende.

Durch den Rückblick auf das eigene Leben, können wichtige Rückschlüsse auf das eigene Sprechen erzielt werden, welche dem Betroffenen helfen das eigene Sprechproblem besser verstehen zu können. Auch kann der oder die Betroffene ein besseres Verständnis für eine mögliche Ursache über die Sprechstörung bekommen, die ihm dabei helfen kann mehr Toleranz gegenüber sich Selbst und dem Sprechen im Alltag aufzubauen.

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